Montag, 7. September 2015

[Rezension] Der lange Weg des Windes - Nimmerherz-Legende 2 (Erik Kellen)

ACHTUNG SPOILERGEFAHR!
(c) Erik Kellen

Ausgabe: mobi

Seiten: 464

ISBN/ ASIN: B014YUSQQ6

Verlag: selfpublished

Erschienen: 06.09.2015







Die Geschichte über Asha Nimmerherz, Tahni Eisschild und Ribanna Tavurin geht weiter. Ich verzichte für diejenigen, die Teil 1 noch nicht kennen an dieser Stelle auf eine Inhaltsangabe. Wer möchte, darf sich hier die Inhaltsangabe aus meiner Rezension zu Teil 1 ansehen.


Bevor es mit der eigentlichen Geschichte weitergeht, gibt uns der Autor vorab eine Zusammenfassung dessen, was in Band 1 geschehen ist. Diese Zusammenfassung fand ich sehr nützlich, denn der zweite Teil knüpft nahtlos an den ersten an und so war ich direkt wieder in der Geschichte drin. Ich musste nicht lange überlegen, was passiert ist. Tja und dann .... Ich bin einfach nur überwältigt. Ich fürchte, diese Rezension wird dem Buch einfach nicht gerecht werden.

Der Autor hat einfach eine wundervolle anschauliche Sprache.  Er arbeitet mit so vielen außergewöhnlichen Vergleichen, dass ich mir wirklich alles gut vorstellen konnte. Die Atmosphäre ist von Grund auf düster, ich spürte die Kälte, es war nicht gemütlich, sondern hart und entbehrungsreich. Kurzum, es war so lebendig beschrieben, dass ich alles fühlen konnte. Selbst Schnee und Wind wurden durch des Autors Feder zum Leben erweckt.  Und über alledem schwebt stets ein Körnchen Humor und Sarkasmus. Das gibt der Geschichte genau die richtige Würze.

Die Sätze sind nicht einfach gestrickt, der Schreibstil ist sehr komplex. Man muss sich schon richtig konzentrieren. Aber die Geschichte ist einfach wortgewaltig. Wie schon Teil 1 konnte ich auch diesen Teil nicht auch nur ansatzweise schnell lesen. Und das lag keinesfalls daran, dass ich mich beim Lesen gelangweilt hätte. Ganz im Gegenteil! Aber ich konnte einfach nicht anders, als jedes Wort einzeln aufzusaugen, aufzunehmen, auf der Zunge zergehen zu lassen, den Geschmack des Wortes und der Sätze bis ins kleinste Detail auszukosten und dann erst zu schlucken.

Die Charaktere sind absolut authentisch. Jeder entwickelt sich auf seine Weise weiter und nicht immer hat mir die Richtung gefallen. Aber so ist es im richtigen Leben auch. Das macht die Geschichte und ihre Figuren aus. Alle Charaktere zeigen nicht nur ihre guten oder schlechten Seiten, sondern auch viele andere. Sie sind sehr facettenreich und zeigen dies auch mehr oder weniger. Oftmals lag eine Facette mehr zwischen den Zeilen. Der Autor gab Andeutungen, die ich einfach nicht falsch verstehen konnte. Und sie waren erschreckend. Auf diese Weise spricht er einige Themen an, die auch in unserer Gesellschaft immer wieder Thema sind. Ich kann es nicht genau erklären, wie er es schafft, aber auf jeden Fall gelingt es ihm einfach großartig, diese Themen zu streifen, lediglich vage anzudeuten und doch sind sie ein größerer Teil, der auch die Geschichte ausmacht. Ohne sie wäre die Geschichte einfach nicht, was sie ist. Und trotzdem stellen sie sich nicht in den Vordergrund. Aber darüber nachzudenken, hilft auf jeden Fall, um zu wissen, was in den Köpfen der Figuren vor sich geht, was sie bewegt und antreibt. Denn vieles wird deshalb nicht mehr ausdrücklich erklärt.

Dem Autor ist es einfach großartig gelungen, den Leser alles spüren zu lassen. Schmerz und Leid, aber auch Freude und Glück. Viele Emotionen verbergen sich - wie auch schon in Teil 1 - unter der Oberfläche, werden nicht direkt erwähnt. Aber wer aufmerksam liest, dem wird es nicht entgehen. Die Geschichte selbst kann mit sehr viel Spannung aufwarten. Vieles ist rätselhaft und nur zögerlich gibt die Geschichte Geheimnisse preis. Auch hier muss man sehr aufmerksam lesen, denn auch so manch Geheimnis kommt nicht direkt an die Oberfläche, sondern offenbart sich nur zwischen den Zeilen. Ich wusste nie, wohin mich die Reise führen wird. Ständig gab es neuerliche Überraschungen und Wendungen. Die Geschichte geht ihren eigenen Weg, lässt sich einfach nichts vorschreiben - und manchmal war ich einfach schockiert. Doch bei alldem wirkt nichts künstlich konstruiert, um die Figuren aus den Schwierigkeiten zu helfen. Entweder sie helfen sich selbst oder aber .... Nun, das müsst ihr schon selber nachlesen.

Für alle Fans vom ersten Teil 1 ist auch dieser Teil auf jeden Fall lesenswert. Wer Nimmerherz noch gar nicht kennt, dem sei ganz dringend Teil 1 und 2 empfohlen. Ich vergebe großartige 5/5 Sternchen.

Zum Buch geht es hier.

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