Dienstag, 18. August 2015

[Rezension] Rynestig oder wie ich die Sagenwelt überlebte 1 - Wolfsmohn (Margarethe Alb)

(c) Osanna Stephan

Ausgabe: mobi

Seiten: 182

ASIN: B00UO08DXM

Verlag: selfpublished

Erschienen: 12.03.2015







Glauben Sie an Sagen und Märchen? Nein? Dann sollten Sie sich eines Besseren belehren lassen: Margarethe muss sich an ihrem 17. Geburtstag entscheiden, ob sie den feisten, alten Bauern Siegbert heiraten oder lieber zu ihrer Tante, einer heilkundigen Kräuterfrau, in die Lehre gehen will, dann muss sie aber für immer jungfräulich bleiben. Keine einfache Wahl, aber sie entscheidet sich schließlich für letzteres - nichts ahnend, dass damit noch verborgene Kräfte in ihr geweckt werden. Sie ist eine Halbelfe und schon bald hat es eine Weiße Frau auf sie abgesehen. Ihr Leben ist in großer Gefahr.

Als bekennender Märchen- und Sagenweltlieberhaber war natürlich klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Klappentext hält, was er verspricht. Die Geschichte ist recht ungewöhnlich. Allein schon der Prolog, aber auch der Schreibstil. Daran gewöhnen muss man sich nicht, aber er fällt dennoch sehr aus dem üblichem Rahmen. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Margarethe erzählt. Sie lässt uns hautnah an ihren Gedanken teilhaben. Der Erzählstil ist eine Mischung aus "klassischem" Erzählstil und Umgangssprache. Margarethe kommentiert Geschehenes, Handlungen oder auch einfach nur ihre eigenen Gedanken, so dass ich als Leserin wirklich immer weiß, was in ihr vorgeht und alles hautnah miterleben kann. Zudem wirkt die Geschichte teilweise sehr selbstironisch.

Es dauert ein paar Seiten, bis die Geschichte richtig an Fahrt aufnimmt. Aber umso mehr hatte ich Gelegenheit, mich mit den einzelnen Figuren vertraut zu machen. Sämtliche Figuren und Orte wurden sehr liebevoll beschrieben. Niemand blieb blaß im Hintergrund. Und jeder hatte ausreichend Gelegenheit gehabt, sich zu entfalten. Die Weiterentwicklung der Figuren ist allerdings etwas knapp gehalten. Die Autorin legt ihr Hauptaugenmerk mehr auf die Geschehnisse. Dies schadet dem Lesevergnügen jedoch nicht. Eigentlich fällt es kaum auf, da die Ereignisse perfekt in den Vordergrund gestellt werden und ich mir nur noch Gedanken darüber gemacht habe. 

Die Spannung der Geschichte wurde anfangs ganz sachte aufgebaut und steigerte sich immer weiter. Zwischendurch gab es einige Spannungshöhepunkte. Die Spannung flaute aber nie ab, sondern war stetig spürbar. Unbedingt wollte ich wissen, wie es weitergeht. Die Handlungen wirken nie konstruiert, alles nimmt seinen natürlichen Lauf. Das Verhalten der Charaktere ist ebenfalls immer nachvollziehbar, so dass ich mich gut in die Charaktere hineinversetzen konnte. Leider endet die Geschichte schon sobald und lässt mich total neugierig auf den nächsten Teil zurück.

Eine tolle Geschichte mit vielen Figuren aus Sagen, in der auch die Liebe keinesfalls zu kurz kommt. Ich kann sie euch wirklich ans Herz legen und vergebe 4/5 Sternchen.

Zum Buch geht es hier.

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