Donnerstag, 25. Juni 2015

[Rezension] Die Beschwörungsformel (Hildegard Grünthaler)

(c) Hildegard Grünthaler
Ausgabe: mobi

Seiten: 289

ISBN/ ASIN: B00YAOHVTA

Verlag: selfpublished

Erschienen: 25.05.2015








Ich danke zunächst ganz herzlich der Autorin, dass sie mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Phips und seine Großmutter bringen aus dem Urlaub eine seltsame Flasche mit. Sie können sie nicht öffnen, aber als Phips die Flasche versehentlich zerbricht, staunt er nicht schlecht, als sich Rauch aus der kaputten Flasche schlängelt und sich zu einer menschlichen Gestalt formt. Er hat einen Dschinn befreit, doch dieser weigert sich, ihm zu Diensten zu sein. Nur, wer die Beschwörungsformel kennt, kann über ihn gebieten. Es dauert nicht lange, bis Ganoven auf den Dschinn aufmerksam werden und versuchen, seiner habhaft zu werden. Alle schweben in Gefahr und es gibt nur einen Weg: Der Dschinn muss fliehen.

Wie man auf dem Cover unschwer erkennen kannt, handelt es sich hier um ein Kinderbuch, das man ganz getrost auch noch mit 99 Jahren lesen kann. Logisch, dass ich an dieser Geschichte nicht vorbei kam. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Der Klappentext hält, was er verspricht. Diese Geschichte zog mich vom ersten Satz an ihren Bann. Der Schreibstil war sehr flüssig und leicht, sehr kindgerecht, aber keinesfalls naiv. Auch für Erwachsene war das Buch sehr angenehm zu lesen. Gut fand ich auch, dass der Erzähler das ein oder andere kurz und knapp erklärt hat, damit dem Leser die Zusammenhänge klar werden.

Der auktoriale Erzähler entführt den Leser in eine tolle Geschichte über einen Dschinn. Wünschen wir uns nicht alle von Zeit zu Zeit einen, der uns unsere zahllosen Wünsche erfüllt? Allerdings appelliert die Autorin auch direkt an unser Gewissen und zeigt, was Gier für Unheil hervorrufen kann. Kindgerecht verpackt in einer spannenden Geschichte, hält sie uns dies vor Augen.

Die Charaktere fand ich alle sehr gut ausgearbeitet. Außerdem fanden sich alle Fäden im Laufe der Geschichte zusammen. Es gab keine Figur, die erwähnt wurde und nie mehr gesehen wurde. Auch die Orte fand ich immer sehr gut beschrieben. Die Handlungen selbst fand ich ebenfalls sehr gut gelungen. Obwohl es in erster Linie ein Kinderbuch ist, empfand ich Phips, der ja selbst ein Kind ist, niemals als naiv. Er tat auch nicht ach so erwachsen und erhaben. Nein, er war einfach ein absolut authentisches Kind. Auch die Aktionen und Reaktionen anderer Figuren empfand ich als sehr natürlich. Ich hatte niemals das Gefühl, dass die Autorin manchen Übergang in der Geschichte konstruieren musste, damit es passt. Alles fügt sich nahtlos und natürlich ein.

Die Autorin konnte mich auch immer wieder mit ihrer Geschichte überraschen. Meine Vermutungen sind fast nie eingetroffen. Immer gab es unvermutete Wendungen und Drehungen. Dadurch, dass der Erzähler stets alle Geschehen überblickte und dem Leser auch oft großzügig Einblick gewährt, steigt mit fortschreitender Geschichte auch die Spannung stetig mit. Es gab keine Längen, es kam nichts zu kurz. Einfach rundum eine ganz tolle Geschichte, die jeder gelesen haben sollte.

Ein Buch über Freundschaft, Moral und Gier der Menschen, das wirklich nicht nur Kinder lesen sollten. Ich vergebe daher 5/5 Sternchen.

Zum Buch geht es hier.

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