Mittwoch, 15. April 2015

[Rezension] Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe (Alain Monnier)


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(c) Arche Verlag
Ausgabe: Gebunden

Seiten: 160

ISBN/ ASIN: 978-3716027349

Verlag: Arche 

Erschienen:01.04.2015








Zunächst danke ich dem Verlag ganz herzlich, dass er mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Marie kauft sich einen neuen Kühlschrank, der nicht sehr preiswert ist. Direkt nach der Lieferung muss sie feststellen, dass der Kühlschrank defekt ist. Sie ahnt nicht, was sie für eine Lawine lostritt, als sie den Mangel bei dem Elektrohändler anzeigt. Und das alles nur wegen eines kaputten Thermostats, für dessen Herstellung drei Monate benötigt werden.

Ein Buch wie kein anderes! Anspruchsvoll geschrieben, gespickt mit jeder Menge Sarkasmus und Humor - so berichtet der allwissende Erzähler über Maries Geschichte. Und der Erzähler weiß sehr gut Bescheid. Er berichtet sachlich und distanziert über Maries Erlebnisse,  und gibt mir doch gleichzeitig das Gefühl hautnah dabei zu sein. Meistens verwendet der Erzähler das Präsens, aber er wird auch an einigen Stellen die Zukunft gehen (allerdings nur in die, die der Gegenwart maximal ein paar Minuten voraus sein wird). Er weiß also sogar manchmal mehr als die Charaktere selbst. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb der Erzähler an manchen Textstellen das eigentliche Geschehen galant übergeht und nur kurz andeutet, was geschehen wird, ohne wirklich darauf einzugehen. Gut möglich, dass er uns Leser vor Peinlichkeiten oder Langeweile bewahrt.

Der Schreibstil des Autors ist im Übrigen sehr melodisch. Ihm gelingt es, die Figuren so anschaulich zu beschreiben, dass ich einen sehr guten Eindruck von ihnen erhalten habe. Und trotzdem beschränkt der Autor sich nur auf das Notwendigste. Einige der Charaktere werden nicht einmal namentlich benannt, sondern nur mit ihrer wesentlichsten Eigenschaft bezeichnet: der Liebhaber oder der Schriftsteller. Das stört aber nicht im geringsten, da ich jedenfalls dazu neige, allzu viele Namen durcheinander zu werfen und zu überlegen, wer wer gleich nochmal war. So wusste ich gleich, von wem die Rede ist und musste nicht lange überlegen.

Der Erzähler bezieht an verschiedenen Stellen den Leser ein, spricht ihn an. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es gibt dem Buch Persönlichkeit. An verschiedenen Stellen tendiert der Erzähler zu Abschweifungen, aber er unterbricht sich sehr häufig selbst und kehrt zum Thema zurück. So erhält der Leser Hintergrundinformationen, langweilt sich aber nicht über zu viele Details.

Das Buch muss man konzentriert lesen; es ist kein Buch für nebenbei. Dem Leser könnten anderenfalls gerade die Besonderheiten des Erzählstils entgehen. Dieser Stil ist es, der die Geschichte leben lässt und zum Erblühen bringt. Zugegeben, er ist nicht immer leicht und manche Sätze musste ich mehrmals lesen oder auf mich wirken lassen. Aber mir hat es einfach sehr gut gefallen. 

So einiges wird auf vom Autor auf die Schippe genommen. Der Leser darf das alles nicht immer ernst nehmen. Aber die Handlungen wirken nie konstruiert. Manche Reaktionen mögen vielleicht nicht immer ganz nachzuvollziehen sein, aber ihr dürft eines nicht vergessen: Der Roman spielt in Frankreich. Wir haben da möglicherweise doch eine etwas andere Sichtweise :-)

Allen, die sich nicht von einem anspruchsvollen Schreibstil abschrecken lassen und es wagen wollen, ein durchweg anderes Buch zu lesen, sei dieses Buch empfohlen. Ich vergebe 5/5 Sternchen.

Zum Buch geht es hier.

Kommentare:

  1. Immer diese eeeeeewig langen Titel *lach*
    das hört sich wirklich gut an. Muss ich mir auf jeden Fall merken :D
    Liebe Grüße
    Nadine

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    1. Der Titel ist schwer zu merken, weil er so lang ist :-) Aber es lohnt sich wirklich.

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  2. Huhu!

    Das klingt sehr außergewöhnlich, das spricht mich sehr an - ich liebe ungewöhnliche Schreibstile, wenn sie gut gemacht sind!

    LG,
    Mikka

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    1. Ich fand es auf jeden Fall gut. Es ist wirklich mal was komplett anderes :-)

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