Donnerstag, 26. März 2015

[Rezension] Die Hörner Annwns (NINRAGON - Verlorene Hierarchien 4) (Horus W. Odenthal)

ACHTUNG SPOILERGEFAHR!


http://www.horus-w-odenthal.de/
(c) Horus W. Odenthal/ Arndt Drechsler


Ausgabe: Mobi

Seiten: 228

ISBN/ ASIN: B00UJF33YG

Verlag: selfpublished

Erschienen: 10.03.2015

Ich danke zunächst einmal mehr dem Autor, dass er mir auch den vierten Band seiner grandiosen Reihe vorab zur Verfügung gestellt hat.



Normalerweise leite ich meine Rezensionen stets mit einer kurzen Inhaltsangabe ein. Aber an dieser Stelle kann ich guten Gewissens keine mehr schreiben, denn für diejenigen, die die Vorgängerbände noch nicht kennen, würde ich ab jetzt einfach nur noch die Spannung nehmen. Das möchte ich nicht, deshalb wird es ab diesem Teil keine Inhaltsangabe mehr geben.

Der vierte Band ist bislang mein Lieblingsbuch (vorbehaltlich der noch kommenden :-)). Flüssig geschrieben wie eh und je, ändert sich aber so langsam der Ausdruck des auktorialen Erzählers. Wer meine vorherigen Rezensionen kennt, weiß, was ich meine. Von Band zu Band gab es eine kaum merkliche Entwicklung der Sprache, aber in diesem Teil ist der Unterschied fast spürbar. Ich kann es schwer in Worte fassen, aber passte sich in den ersten Bänden der Ton des Erzählers den jeweiligen Charakteren an, so gewann er in Band 3 und vor allem im aktuellen immer mehr an Distanz. Viel mehr hatte ich das Gefühl, der Erzähler kommentiert das Geschehen, ähnlich wie der Kommentator bei einem Fußballspiel. Das meine ich ganz und gar nicht negativ, im Gegenteil. Er kommentiert das auf so spannende Art und Weise, dass der Leser seine Augen einfach nicht vom Buch lassen kann. Ich frage mich wirklich, ob der Autor nicht zufällig - unbemerkt von allen - direkt daneben stand und fleißig mitschrieb. Der Schreibstil des Autors dagegen bleibt gleich und sehr vertraut, seine Sätze bleiben weiterhin unkonventionell. Und trotzdem gibt es keine "Lesestolperfallen".

Die Entwicklung der Geschichte und der Charaktere bleibt weiterhin spannend. Zwar erlöst uns der Autor von der Folter mancher Geheimnisse, aber nur, um gleich wieder andere Hindernisse und Rätsel in den Weg zu stellen. Die Geschichte bleibt rasant wie ein Fluss, kurz bevor er in einem Wasserfall endet - immer spannend, viele Drehungen und Wendungen. Überraschend und nie vorhersehbar. Im Übrigen schafft der Autor zum einen eine ganz mystische Atmosphäre, die der harten Realität zum anderen direkt gegenübersteht, sich sogar manchmal überschneidet. Der Leser bekommt so langsam den Hauch einer Ahnung, wohin die Reise gehen könnte. Aber seid euch nie zu sicher, denn der Autor versteht es wahrhaft meisterlich, euch in die Irre zu führen. Vertraut niemandem!

Ein wahnsinnig toller vierter Band. Ich vergebe wieder einmal 5/5 Sternchen.

Zum Buch geht es hier.

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