Donnerstag, 22. Januar 2015

Die versunkene Stadt - Götterdämmerung Teil 1 (Katharina V. Haderer)



Ausgabe: Mobi

Seiten:404

ISBN/ ASIN: B00QH02A14

Verlag: selfpublished

Erschienen: 24.01.2014






Zunächst danke ich die Autorin noch einmal ganz herzlich, dass ich ihr Buch vorab lesen durfte!

Klappentext:

Die Götter fielen vom Himmel - und mit ihnen versank die Stadt Badhre. Über den Trümmern der versunkenen Stadt Archaibadhre erblüht das neue Neobadhre. Der alte Götterkrieg scheint längst vergessen. Als allerdings eines Tages eine Gruppe Fremder das Hauptquartier der Polizeiorganisation AVIS NIVEA stürmt, wird rasch klar, dass ein gefallener Gott seine Finger im Spiel haben muss. Auf der Suche nach Informationen schrecken die Angreifer nicht davor zurück, das gesamte Sekretariat zu entführen. Wer steckt hinter den Anschlägen? Droht Neobadhre erneut im Chaos zu versinken? Und wie soll es der obersten Chefsekretärin Alexandra Manzini zwischen magischen Zeichen und Schrottgolems gelingen, ihre Kollegen wieder heil an die Oberfläche zurückzubringen?


Rezension: 

Dieses Buch ist mein zweites der Autorin - und es wird nicht das letzte bleiben. Die Geschichte hat mich komplett in eine ganz neue Welt eintauchen lassen. Eine Welt voller Magie, Dämonen, Göttern und ganz normalen Menschen. Na ja, oder was der Leser eben für normal hält. Denn normal ist diese Geschichte jedenfalls nicht.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Allerdings sind manchmal die Zusammenhänge ein bisschen kompliziert, so dass ich immer mal wieder über die logischen Konsequenzen nachdenken musste. Logische Fehler enthält die Geschichte nicht; der Autorin ist es gelungen, selbst die schwierigsten logischen Schlussfolgerungen zu ziehen und anschaulich darzustellen. Anschaulich sind auch die Beschreibungen der Orte des Geschehens. Katharina V. Haderer hat es nicht nur geschafft, die Orte bildlich wiederzugeben, auch die zuweilen düstere Atmosphäre konnte sie super einfangen. Und obwohl die Charaktere wenig Grund zum Lachen hatten - ich hatte diesen Grund ganz sicher. Mit einer gehörigen Portion Humor in den ernstesten Situationen bekommt die Geschichte die richtige Würze.

Die Charaktere sind ebenfalls sehr gut gezeichnet. Diese sind wirklich bunt gemischt. Von - im wahrsten Sinne des Wortes - unscheinbar bis extrem selbstgefällig war wohl fast alles vertreten. Nur eines gab es nicht: Der Leser vermag es nicht, die Figuren zu durchschauen. Überhaupt gab es in dieser Geschichte so viele überraschende Wendungen, dass der Leser überhaupt nicht weiß, wohin die Reise führen wird. War am Anfang die "Mission" noch klar, war dies ein paar Seiten später nicht mehr der Fall. Die Figuren selbst haben ebenfalls immer wieder für Überraschungen gesorgt. Manche Seiten musste ich zweimal lesen, um zu realisieren, was da gerade geschehen ist.

Ohne lange Einleitung steckt der Leser sofort mitten im Geschehen. Der Spannungsbogen wird von Beginn an sehr hoch gehalten. Zeit, um sich mal zu entspannen, hat der Leser fast gar nicht. Denn die Charaktere sind rundherum von Gefahren umgeben, die aber nicht vorhersehbar sind. Und sie machen es sich auch ganz sicher nicht leicht, wie sie mit diesen Situationen umgehen. Da kommt nicht mal eben der "Prinz" um die Ecke, bekämpft die Bösewichter und befreit seine "Prinzessin". Apropos Bösewichter: Wer ist eigentlich hier der Bösewicht in dieser Geschichte? Wenn ihr mit diesem Buch beginnt, werdet ihr sagen "Ist doch völlig klar" und mit dem Finger auf eine der Figuren zeigen. Wenn ihr mit dem Buch fertig seid, werdet ihr euch eurer Sache nicht mehr so sicher sein.

Die Geschichte entwickelt sich nämlich zu einem äußerst spannenden Katz-und-Maus-Spiel. Wobei die Rollen auch immer mal wieder vertauscht werden, was die Spannung definitiv erhöht.

Die Autorin spricht aber neben der eigentlichen Geschichte noch einige Themen an, die immer wieder aktuell sind: Fremdenhass, politische Machenschaften, Moral und die Frage, was passiert, wenn eine alte bestehende Ordnung durch eine ganz neue ersetzt wird. Diese Themen wurden unauffällig eingearbeitet und halten sich ganz dezent im Hintergrund. Aber sie sind immer wieder präsent und regen doch den einen oder anderen sensiblen Leser zum Nachdenken an.

Katharina V. Haderer hat ihr Werk als Science-Fantasy eingestuft, aber es ist ganz sicher mehr als das. Science-Fantasy-Thriller trifft es eher und wer auch nur eines der drei genannten Genre mag, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Ich selbst warte jetzt ganz gespannt auf den zweiten Band und vergebe inzwischen 5/5 Sternchen.


Zum Buch geht es hier

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