Donnerstag, 4. Dezember 2014

Stadt des Zwielichts (NINRAGON - Verlorene Hierarchien 1) (Horus W. Odenthal)


http://www.horus-w-odenthal.de/
(c) Horus W. Odenthal/ Arndt Drechsler

Ausgabe: Mobi

Seiten: 144

ISBN/ ASIN: B00R2RDUP6

Verlag: selfpublished









 
Komische Dinge geschehen in New Zion. Ein Unwetter zieht auf. Merkwürdige Zeichen setzt der Himmel. Grollender Donner lässt Unheil erahnen. Schattenkreaturen finden ihren Weg aus den Schatten, immer auf der Suche. Wonach? Was geschieht hier? Und was hat Jem mit alldem zu tun? Seine vergessen geglaubte Dunkelheit regt sich wieder und er wird gezwungen, hinter die Schatten zu blicken.


Nach den Einführungserzählungen "Twilight Road" beginnt diese Geschichte direkt ohne Prolog und ohne weiteres Brimborium. Der Leser steckt sofort mitten im Geschehen. Es fängt schon spannend an. Die Spannung hat ihre Höhen und Tiefen. Aber niemals wird es langweilig. Die Spannungstäler dienen lediglich dazu, den Leser kurz Atem holen zu lassen und sich auf die nächste actiongeladene Szene gefasst zu machen. Und davon gibt es einige.

Aber dieses Buch ist nichts für Zwischendurch. Der Schreibstil bleibt weiterhin unkonventionell: Der auktoriale Erzähler passt sich konsequent seiner Umgebung und den Charakteren an und übernimmt deren Ausdrucksweise. Er geht sogar noch weiter: Seine Ausdrucksweise entwickelt sich parallel mit der Entwicklung der Charaktere mit. So lernt der Leser nach und nach die Figuren kennen und kann sich seiner Überraschung trotzdem sicher sein. Es könnte sein, dass aus dem lieben, netten Mädchen eine taffe Wildkatze wird.

Auch im Übrigen erfordert der Schreibstil vollste Konzentration. Nebensätze werden oft als eigenständige Sätze begonnen, statt durch Komma getrennt, andere Sätze sind einfach nur Wortgruppen oder sehr lang, aber trotzdem flüssig. Nach ein paar Seiten habe ich mich eingelesen und konnte gut weiterlesen.

Wer Feen, Elfen oder ähnliches sucht, sucht hier vergebens. In dieser Geschichte diktieren die Schattenwesen den Gang der Ereignisse. Auch wenn sie anfangs mehr erahnt als wirklich wahrgenommen werden können, schafft der Autor eine durchweg mystische und unheimliche Atmosphäre. Wäre ich ein Einwohner New Zions, ich würde mich nicht mehr aus dem Bett trauen, die Augen fest zu kneifen und hoffen, dass mich niemand sieht!

Einen Nachteil hat dieses Buch: Gerade, als sich der Leser den Auflösungen der Rätsel nahe glaubt, endet der erste Band. Wie gemein!

Wer also mal Fantasy anderer Art erleben will und auf Hexen, Drachen und Elfen verzichten kann, der ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Ich vergebe daher 5/5 Sternchen.

Zum Buch geht es hier.

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