Freitag, 17. Oktober 2014

Zeit für die Liebe (Anna Herzig)

(c) Forever by Ullstein
Ausgabe: Mobi

Seiten:156

ISBN/ ASIN: B00N2XSP5E

Verlag:Forever

Erschienen: 12.09.2014







Sophie heiratet einen wahren Traummann, Christopher. Aber während Christopher bis ans Ende der Welt gehen würde, um sie glücklich zu machen, hält Sophie ihn sich möglichst auf großem Abstand. Eines Tages lernt sie Adrian kennen, der aber keinen Platz in ihrem Leben findet, obwohl er doch "Der Eine" ist. Nach vielen Hindernissen im Leben eröffnet sich Adrian aber doch eine neue Chance. Ob die beiden diese nutzen? Mit über 80 Jahren schaut Sophie auf ihr Leben zurück und lässt es Revue passieren.


Ich danke zunächst der Autorin Anna Herzig, dass sie mir ein Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Das Buch ist zum einen eine recht leichte Lektüre für Zwischendurch, andererseits gibt sie aber doch sehr viel Stoff zum Nachdenken. Der Leser fragt sich unweigerlich, ob es nicht auch in seinem Leben Ereignisse und Dinge gab oder gibt, die sein Leben eigentlich eher verschwenden als bereichern.

Die Geschichte ist im auktorialen Stil erzählt. Der Fokus liegt zumeist bei Sophie, aber hin und wieder auch bei Christopher oder Adrian. Die Kapitel der Gegenwart und der Vergangenheit sind meistens klar abgetrennt, und zwar durch die Nummerierung ...1/2. Das fand ich sehr gut, denn dadurch fiel es mir leicht, klar zu unterscheiden, ob ich gerade in der Vergangenheit oder in der Gegenwart bin. Leider fand ich die Vergangenheit nicht ganz so klar strukturiert. Es gab verschiedene Momente in der Vergangenheit, in denen die Charaktere noch weiter in die Vergangenheit zurückgeblickt haben. Und ganz abrupt waren sie wieder an dem Ausgangspunkt der Vergangenheit, von wo aus sie zurückgeblickt haben. Das hat mich ein bisschen gestört, da ich immer ein wenig irritiert war. Für mich war leider nicht immer gleich klar, dass die noch weiter zurückliegende Vergangenheit schon wieder um ist und wir uns wieder am Ausgangspunkt befinden. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, diese Abschnitte im Buch durch Absatz oder ähnliches deutlich hervorzuheben. Noch besser hätte ich es gefunden, wenn der Fokus komplett bei Sophie geblieben wäre und sie in chronologischer Reihenfolge erzählt hätte. Denn auch die Einschübe aus Sicht von Christopher oder Adrian waren teilweise etwas verwirrend. Nicht immer war sofort klar, welche der drei Personen gerade im Fokus ist. So fiel es mir teilweise schwer, richtig in die Geschichte abzutauchen. Ich habe öfter hin und her blättern müssen, wo in der Vergangenheit wir uns eigentlich gerade befinden.

Der Schreibstil ist ansonsten sehr flüssig und lässt den Leser zumindest die einzelnen Abschnitte leicht weglesen. Obwohl die Autorin dem auktorialen Stil treu bleibt, hat der Leser dennoch das Gefühl, in die Gedankenwelt Sophies und ihrer Männer hineinzuschauen. Es gibt zwar direkte Rede, aber es gibt auch mindestens so viel indirekte Rede. Das finde ich sehr ungewöhnlich, aber nicht störend.

Die Charaktere selbst sind sehr gut ausgearbeitet. Ich konnte mir von allen Personen ein gutes Bild machen. Die Beschreibungen wurden sehr gut in die Geschichte selbst integriert, so dass dem Leser ob der Beschreibungen nie langweilig wurde. Ihre Eigenschaften werden auch nicht langatmig beschrieben, vieles ergibt sich auch aus den eigentlichen Handlungen. So fand ich Sophie fast bis zum Schluss recht unsympathisch und egoistisch. Und an mehr als einer Stelle hätte ich sie am liebsten für ihre Dummheit durchgeschüttelt und gefragt, ob sie denn wirklich gar nichts aus ihren Erfahrungen gelernt hätte. Insofern fand ich auch ihre Reaktionen nicht immer ganz nachvollziehbar. Aber der Schluss dieser Geschichte zeigt, dass sehr wohl auch Entwicklungen der Figuren stattgefunden haben. Einzig bei Adrian nicht, was aber sicherlich auch daran liegt, dass der Leser ihn erst zum Ende hin richtig kennen lernen darf.

Dieses Buch ist ganz sicher ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Die Menschen verschwenden häufig ihre Zeit damit, andere glücklich zu machen, statt selbst ein glückliches Leben zu führen. Denn wie sollen denn andere mit uns glücklich werden, wenn wir selbst unzufrieden und unglücklich sind? Bei dem Buch handelt es sich ganz sicher nicht um einen einfachen Liebesroman. Die Geschichte könnte jedem von uns ganz genau so passiert sein. Also obacht denjenigen, die meinen fehlerfrei zu sein. Ich kann dieses Buch daher jedem empfehlen, der sehr gerne auch Anregungen möchte, um über manche Dinge nachzudenken oder die an Sophies Leben einfach so teilhaben möchten. Ich vergebe deshalb 4/5 Sternchen.

Zum Buch geht es hier.

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